Fast jeder hat so ein Teil schon einmal gesehen und sich gefragt, ob dieses Ding am Fahrradlenker dem Fahrer wirklich hilft. Die Rede ist vom Lenker-Aufsatz, vornehmer vom Triathlon-Lenker-Aufsatz oder ganz einfach Clip-on. Für das Triathlonrad wurde er nämlich ursprünglich entwickelt.

Das Triathlonrad ist ein extra für diesen Mehrkampf entwickelter Fahrradtyp. Je nach Triathlon-Wettkampf sind damit zwischen 20 Kilometer (Volksdistanz) und 180 Kilometer (Langdistanz) zurückzulegen. Um schnell zu sein, bedarf es insbesondere auf ebenen Streckenpassagen einer guten Aerodynamik. Und deshalb hat man nach einem Weg gesucht, eine möglichst flache und dennoch bequeme Sitzposition des Fahrers zu ermöglichen.

Wenn der sich, um eine windschnittige Silhouette zu erzielen, weit nach vorn beugt, braucht er jedoch eine bequeme Stütze  für die Unterarme, um auf Dauer nicht zu ermüden. So wurde ein spezieller Aufsatz für den Lenker entwickelt, auf dem die Ellenbogen aufliegen können. Die Auflageflächen, die die Unterarme in der Nähe der Ellenbogengelenke abstützen, sind gepolstert. Der nach vorne hervorragende Griffbereich ist in der Regel umschäumt, um den Händen festen Halt zu bieten.

Die Montage erfolgt mit maßgeschneiderten Distanzstücken, so genannten Extensions, direkt am Hauptlenker. Die Unterarmauflagen lassen sich individuell einstellen. Eine schrittweise Anleitung zur korrekten Montage findet sich auf velozipedia.de.

Die Geometrie eines reinrassigen Triathlonrades ist der vorgebeugten Sitzhaltung von vornherein angepasst. Der Sattel liegt hier sogar oft deutlich höher als der Lenker. Doch ausgehend vom Profisport hat dieses Zubehör zunehmend auch bei sportlich orientierten Alltags-Radlern Einzug gehalten. Manche Trekkingräder werden mittlerweile sogar schon serienmäßig damit ausgerüstet. Optisch macht es auf jeden Fall etwas her. Doch bringt ein solches Zubehör tatsächlich etwas? Immerhin hat ein typischer, im Handel erhältlicher Aufsatz trotz Leichtmetallrohr immer noch ein Eigengewicht von 600 bis 700 Gramm, eine, wenn auch geringe Last, die aber vom Fahrer über die gesamte Distanz mit bewegt werden muss.

Die Erfahrung zeigt, dass es nicht in erster Linie der verringerte Luftwiderstand ist, der vom Normalfahrer erleichternd wahrgenommen wird. Vielmehr ist es der gelegentlich mögliche Wechsel der Sitzposition, der als angenehm empfunden wird und der dafür sorgt, dass man auch auf längeren Strecken ein wenig an Ausdauer gewinnt.