Die Sonne scheint, die Landschaft ist malerisch, doch wo geht’s jetzt eigentlich weiter? Eine typische Situation während einer Radtour. Man hat das Fahren genossen, sich ganz auf die Natur konzentriert. Doch der Überblick über die Streckenführung ist dabei verloren gegangen. Jetzt hilft nur noch ein Blick auf die Radwanderkarte, um die richtige Richtung zur Weiterfahrt zu finden. Kartenhalterungen am Lenker können dabei helfen, den richtigen Weg im Auge zu behalten. Aber es geht auch einfacher: Per Satellitennavigation. Was dem Autofahrer recht ist, das ist dem modernen Radler billig.

 

GPS, unter dieser Abkürzung verbirgt sich das Global Positioning System. Ursprünglich wurde das System für das amerikanische Militär entwickelt, um Navigatoren an jedem Ort der Welt eine genaue Positionsbestimmung zu ermöglichen. Dazu ist der Globus mit einem Netz aus Satelliten umgeben worden. Sie halten exakte Positionen über der Erdoberfläche. GPS Navigationsgeräte empfangen nun Signale von mehreren dieser Satelliten und können aus den so gewonnenen Daten deren Richtung ermitteln. Anschließend kann das Gerät auch der Schnittpunkt der einzelnen Peilungen und damit die eigene Position genau errechnen. Seit Jahren steht das System auch für die zivile Nutzung zur Verfügung. Viele Fahrzeuge haben inzwischen einen entsprechenden Navigationscomputer an Bord. Auch in der Fliegerei und zur See hat GPS die Navigation wesentlich erleichtert und präzisiert. Unter günstigen Bedingungen können die Messungen auf wenige Meter genau vorgenommen werden.

 

Da GPS-Geräte heute in großen Mengen hergestellt werden, sind die Preise mittlerweile in vertretbare Größen ab etwa 150 Euro gesunken, so dass die Sache auch für Radler erschwinglich geworden ist. Mehrere Hersteller bieten inzwischen Geräte speziell für das Fahrrad an. Daneben gibt es auch Multifunktionsgeräte, die sich mit einer als Zubehör lieferbaren Halterung am Lenker befestigen lassen. Auch einige Smartphones verfügen über Navigationssoftware und können mit einer Lenkerhalterung nachgerüstet werden.

 

Fahrrad-Navis können ganze Touren für das Radeln optimiert vorausberechnen und einen sicher zum Ziel führen. Sie sind besonders für den Betrieb im Außenbereich konstruiert und vertragen auch mal einen Stoß oder einen Regenschauer. Ebenso wie ihre Kollegen im Auto brauchen sie jedoch eine permanente Stromversorgung. Deshalb darf man vor dem Losfahren das Aufladen des Akkus nicht vergessen. Bevor es auf Tour geht, sollte man sich daheim schon mal mit der Bedienung vertraut machen. Die Menüführung ist nämlich meist gewöhnungsbedürftig. Eine Vielzahl von möglichen Funktionen muss über nur wenige Eingabetasten gesteuert werden. Es braucht schon etwas Übung, bis man sich darin sicher zurecht findet.

 

Einige ausgeklügelte Programme ermöglichen es sogar, besondere Wünsche zu berücksichtigen. So kann man eine landschaftlich besonders schöne Streckenführung wählen, starke Steigungen oder bestimmte Oberflächenbeläge ausschließen. Profis laden sogar komplette Routen aus dem Internet und übertragen sie auf ihr Navi. Die Art der Bildschirmdarstellung, die mitgelieferte Software und die zusätzlichen Gimmicks sind sehr unterschiedlich, so dass man sich bei der Auswahl des geeigneten Gerätes Zeit nehmen und auf gute Beratung achten sollte.