Bergauf, Wind von vorn – in solchen Situationen hört man Radfahrer schon mal leise fluchen, denn das Treten kann ganz schön anstrengend werden. Neidisch schaut man dann auf Mofas und Motorroller, die mühelos an einem vorbeiziehen.

Doch es gibt Rettung: Elektro-Fahrräder können den Fahrer ganz erheblich bei der Arbeit unterstützen. Und kaum einer merkt es, denn die Arbeit des Elektromotors ist nahezu unhörbar. Bestenfalls ein leises Summen zeigt dem Kenner, dass hier nicht allein der Radler den Vortrieb erzeugt.

Die Technik wird immer populärer. Rund 150.000 Elektro-Bikes wurden im vergangenen Jahr in Deutschland bereits verkauft, bei weiter steigender Tendenz. Für 2010 erwarten Branchenexperten in diesem Segment ein Wachstum von 20 Prozent.

Ganz Faule sollten sich aber nicht zu früh freuen: Ganz überlassen kann man dem Motor die Treterei nämlich nicht. Nur wenn der Fahrer die Pedale bewegt, schaltet sich die Unterstützung dazu. Diese Technik ist unter der Sammelbezeichnung Pedelec, als Abkürzung für Pedal-Electric-Cycle, bekannt geworden. Sie hat auch rechtliche Gründe. Könnte nämlich das Fahrrad allein durch den Motor bewegt werden, so wäre es gemäß Straßenverkehrsordnung ein Kraftrad und brauchte eine entsprechende Zulassung, ähnlich wie ein Mofa. Aus diesem Grunde darf der Elektromotor das Fahren auch nur bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h unterstützen.

Ein Pedelec ist also ein echtes Hybridfahrzeug, denn es kombiniert die Muskelkraft mit dem Elektroantrieb. Zum Fahren braucht man keinen Führerschein.

Es gibt verschiedene Konstruktionsprinzipien, die von außen mehr oder weniger deutlich erkennen lassen, dass es sich hier um ein Elektro-Bike handelt. Der Motor ist häufig  in die Hinterradnabe integriert. Normalerweise werden Gleichstrommotoren verwandt. Die Akkus sind entweder in Boxen untergebracht, bei teureren Modellen sogar vornehm im Rahmen integriert. Dabei handelt es sich in der Regel um Nickel-Cadmium-, Nickel-Metallhydrid- oder Lithium-Ionen-Akkumulatoren. Letztere sind am leistungsfähigsten, leider aber auch am teuersten. Häufig kann man wählen, in welcher Intensität die Elektrounterstützung einsetzen soll. Viele Modelle haben eine Verbrauchsanzeige, an der man ablesen kann, wieviel Strom noch verfügbar ist. Manche Pedelecs verfügen über eine Schiebe- oder Anfahrunterstützung, das kann besonders für ältere Menschen eine wertvolle Hilfe sein.

Von besonderer Bedeutung für eine langfristig einwandfreie Funktion des Zusatzantriebes, ist die Qualität des Akkus. Gute Pedelecs sind ab etwa 2.000 Euro zu haben.

Moderne Pedelecs können auf einer Strecke von bis zu 50 Kilometern den Fahrer unterstützen. Die Länge der Fahrtstrecke hängt auch davon ab, ob es sich um gebirgiges Gelände handelt, ob Gegenwind herrscht, welches Gewicht transportiert wird und ob bei Dunkelheit gleichzeitig die Lichtanlage mit Strom versorgt werden muss. Bei Modellen mit austauschbaren oder zuschaltbaren Ersatzakkus kann die Strecke entsprechend verlängert werden.