In Asien kann man beobachten, dass viele fliegende Händler ihren gesamten Betrieb mit einem Fahrrad abwickeln. Ganze Garküchen, Verkaufsstände oder komplette Handwerksbetriebe sind oft auf engstem Raum untergebracht. Kunstvoll zusammengeschweißte Gebilde nehmen alles auf, was unterwegs gebraucht wird. In Westeuropa ist das Lastenfahrrad zunehmend aus der Mode gekommen. Nur durch die gelben Fahrräder der Post wird einem hin und wieder klar, welches Transportpotenzial möglich ist. Es ist bewundernswert, welche Papiermengen die Briefträger damit täglich befördern. In manchen Metropolen sind auch wieder Rikschas im Einsatz, die ebenfalls anschaulich zeigen, dass ein Fahrrad vielseitig ist und eine Menge schleppen kann.

Transportfahrräder sind zwar seltener geworden, aber sie sind noch längst nicht ausgestorben. Ein populäres Modell kommt von „christiania bikes“ aus Dänemark. Der Name kommt von der dänischen Stadt Chistiania, in der sie gefertigt werden. „Quadratisch, praktisch, gut“ so könnte man das funktionelle Design dieses Rades beschreiben. Immerhin gab es dafür den „Den Danske Designpris 2010/11“, mit dem gewürdigt wird, dass man sich bei der Gestaltung ganz auf den Nutzwert konzentriert hat. Es handelt sich, vereinfacht gesagt, um eine Kiste auf Rädern. Die Kiste sitzt vorn zwischen zwei Vorderrädern, der Fahrer sitzt dahinter. Gelenkt wird mit einem an der Hinterseite der Kiste angebrachten Querholm. Je nach Verwendungszweck kann eine offene oder geschlossene Kiste geordert werden. Man kann auch das reine Grundchassis bestellen, um bei Bedarf einen eigenen Sonderaufbau darauf zu setzen. Ein grundsolider Lastesel, der, je nach Modell, bis zu 150 kg Zuladung verträgt. Damit man so ein Gewicht sicher zum Stehen bringt, verfügt das christiania bike über Scheibenbremsen. Die Handbremse kann man als Standbremse arretieren. Praktisch für Verkäufer, damit einem der Laden nicht plötzlich unversehens „abhaut“. Wer damit bei Wind und Wetter im Einsatz ist, wird zu schätzen wissen, dass es optional sogar Sonnenschirmhalter und wasserdichte Stoffgaragen gibt.

Wie klassische Rikschas verwenden manche Lastendreiräder aber auch die Anordnung: Ein Rad vorn, zwei hinten. Die Last befindet sich dann, wie die Fahrgäste, zwischen den angetriebenen Hinterrädern im Rücken des Fahrers.

Ein anderes Konzept eines Lastenfahrrades ist die zweirädrige gestreckte Version mit einer tief liegenden Gepäckplattform zwischen Vorderrad und Lenker. Der Grundgedanke hierbei: Je tiefer der Schwerpunkt, um so leichter und sicherer fährt es sich. Der Lenkimpuls wird vom Lenker unter der Ladefläche über ein Gestänge auf das Vorderrad übertragen. Oft wird diese Bauform als „Long John“ bezeichnet. Die „Cargobikes“ von „Bullitt“, sind eine optimierte Variante dieser Bauweise. Sie erreichen, trotz ihrer Besonderheit, beachtliche Geschwindigkeiten. Auch sie stammen aus Dänemark.

Das klassische Post- oder Zustellfahrrad ist übrigens nicht allein der Briefzustellung vorbehalten. Mehrere Anbieter offerieren Modelle gemäß Poststandard für Jedermann. Ihre maximale Kapazität erreichen sie, wenn sowohl vorn, als auch hinten Ladeflächen installiert sind, so dass das Gewicht gleichmäßig auf die Achsen verteilt werden kann. Ein solches Fahrrad braucht gute Bremsen und einen besonders robusten Ständer, um geparkt nicht mitsamt der Last umzufallen. Stark am Retro-Design orientierte Nachbauten der frühen Klassiker werden auch als „Bäckerfahrrad“ bezeichnet.