Sie sind nicht fit genug, um beim Radrennen vordere Platzierungen zu erreichen? Ihr Drahtesel macht nicht mehr viel her und läßt sich nur gemächlich bewegen? Für teures Equipment und Meldegebühren fehlt das Geld? Macht nichts! Sie dürfen trotzdem mitmachen. Die Fahrradsternfahrt ist nämlich nichts für Ehrgeizige. Hier geht es nicht um Spitzenplätze und keiner lacht über Ihr aus der Mode gekommenes Klapprad. Hauptsache, man kommt damit vorwärts.

Bei der Sternfahrt locken auch keine Preisgelder. Sie wurde ganz einfach ins Leben gerufen, um das Rad in Hamburg als Verkehrsmittel populärer zu machen. Eine ganz entspannte Veranstaltung, ohne jeden Leistungsdruck. Ja, auch so etwas gibt es noch.

Zur Teilnahme ist jeder eingeladen, ganz ohne Formalitäten und Anmeldeprozeduren. Man fährt einfach los. 2010 findet die Veranstaltung am Sonntag, dem 20. Juni statt. Das Ganze hat schon Tradition und jedes Jahr kommen mehr Fahrer dazu. Durch die vielen neu eingeführten Fahrradleihstationen in der ganzen Stadt, kommt es vermutlich zu einer weiteren Erhöhung der Teilnehmerzahl.

Auf fünf Hauptrouten sammeln sich die Teilnehmer an zahlreichen Startpunkten und nehmen gemeinsam Kurs auf die Innenstadt, wo sie um 14 Uhr zu einer Abschlusskundgebung zusammentreffen. Einige Fahrer trauen sich dabei bemerkenswerte Strecken zu, denn auch in Bad Bramstedt, Lübeck, Itzehoe, Mölln, Lüneburg, Hanstedt, Stade oder Glückstadt wird gestartet. Von dort aus kommen schon einige Kilometer zusammen.

Zwei der Routen führen über die Köhlbrandbrücke. Die sind besonders beliebt, denn wann sonst hat man schon die Gelegenheit, dort mit dem Rad hinüberzufahren. Gefahren wird mit einer Geschwindigkeit von etwa 15 Stundenkilometern. Gemächlich also, so dass jeder mit kommt. Selbst stolze Väter, die ihren Nachwuchs im Anhänger hinter sich her ziehen, können da mithalten.

2009 waren knapp 18.000 Teilnehmer unterwegs. Eine stolze Zahl, die sich bei gutem Wetter 2010 möglicherweise noch steigern läßt. Die Sternfahrt ist koordiniert mit dem „Autofreien Sonntag“ der Hansestadt. Dafür werden etliche Straßenzüge in der Innenstadt für den normalen Verkehr gesperrt. Auf diese Weise ist für die Radler auf den Verkehrswegen genug Raum.

Vorbereitet werden die Sternfahrten Jahr für Jahr von einem Team Ehrenamtlicher, die sich in der Geschäftsstelle des ADFC, Koppel 34, in St. Georg regelmäßig treffen. Jeder Interessierte ist zu den Zusammenkünften herzlich eingeladen.

Einige Kirchengemeinden bieten sogar vor der Veranstaltung spezielle Fahrradgottesdienste an. Eine gute Gelegenheit, bevor es losgeht, noch einmal um den nötigen Segen für sich und seinen Drahtesel zu bitten.