Man sollte mal wieder mit dem Rad fahren. Das hält fit und spart Benzin. Aber der Drahtesel steht verstaubt im Keller, die Reifen müssten erst einmal aufgepumpt werden, die eine oder andere Schraube müsste festgezogen werden und ein wenig Öl könnte hier und da auch nicht schaden. Bevor man sich die Mühe macht, das gute Stück wieder fahrbereit zu machen, wird der gute Vorsatz lieber verschoben.

Jetzt gibt es in vielen Städten eine Alternative: Fahrräder auf Zeit oder wie man heute trendgerecht so schön sagt: „Bikes to go“.

In Hamburg bietet die Bahn seit 2009 einen solchen Service an. Entsprechend sind diese Fahrräder im vertrauten Bahn-Rot lackiert. An zahlreichen Standorten in der Innenstadt und rund um die Alster kann man ein so genanntes StadtRAD entleihen.

Jeder Standort verfügt über ein Terminal mit Berührungsbildschirm, an dem der Entleiher sich anmelden kann und anschließend per IC- oder Kreditkarte ein solches Fahrrad spontan entleihen kann. Nach der Anmeldung gibt es vom Automaten einen Öffnungscode, der am Fahrradschloß eigegeben werden muss. Daraufhin wird das Fahrrad freigegeben und schon kann man losfahren. Zum Testen ist die erste halbe Stunde umsonst, ab dann wird im Minutentakt abgerechnet.

Ohne IC- oder Kreditkarte ist auch eine Entleihung per Telefon möglich. Ein Serviceteam ist außerdem telefonisch erreichbar, falls es mit dem Aufschließen oder Zurückgeben einmal Probleme geben sollte.

Das Pfiffige am System: Das Fahrrad kann an jedem StadtRAD-Standort zurückgegeben werden. Dadurch bleibt man äußerst flexibel, da man nicht gezwungen ist, an den Ausgangspunkt zurückzukehren. Nachdem das Fahrrad am Stellplatz angeschlossen wurde, zeigt es einen Quittungscode an. Dieser muss anschließend am Terminal eingegeben werden, um die Rückgabe abzuschließen. Nach der Rückgabe werden die angefallenen Kosten angezeigt, die später vom Konto abgebucht werden.

Hamburg ist kein Einzelfall. Nach und nach werden Entleihstationen in immer mehr Städten eingerichtet. So gibt es das StadtRAD unter anderem schon in Berlin, Frankfurt am Main., Köln, München, Stuttgart oder Karlsruhe.

Die neuen Räder müssen bestimmt in den nächsten Jahren einiges einstecken und entsprechend robust sehen sie auch aus. Einzig der vertraute Gepäckträger fehlt. Er ist durch ein gerundetes Blech ersetzt und man muss ein wenig aufpassen, dass darauf geschnallte Gepäckstücke nicht verloren gehen. Im übrigen braucht es kaum eine besondere Eingewöhnung; die meisten kommen auf Anhieb mit dem StadtRAD zurecht.

So lassen sich die guten Vorsätze für die Fitness an zahlreichen Ausgangspunkten – sogar beim Kurzbesuch in anderen Städten – spontan in die Tat umsetzen. Wir wünschen: Gute Fahrt.